In enger Zusammenarbeit mit der Frauenberatungsstelle BABSI sollen Bürgerinnen und Bürger ermutigt werden, hinzusehen, wenn in ihrer Nachbarschaft Gewalt geschieht. Denn leider ist das Zuhause für viele Frauen kein sicherer Ort – jede fünfte Frau in Österreich erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren (Ex-)Partner, jede dritte psychische Gewalt.
StoP verfolgt einen innovativen Ansatz: Statt Gewalt ausschließlich in Beratungsstellen oder durch Behörden zu bekämpfen, rückt das direkte Wohnumfeld in den Fokus. Nachbarinnen und Nachbarn werden geschult und sensibilisiert, um in kritischen Situationen nicht wegzuschauen, sondern aktiv zu unterstützen – sei es durch Zuhören, Nachfragen, ein beherztes Anläuten oder im Ernstfall durch das Rufen der Polizei.
Begegnung, Aufklärung und Gemeinschaft
In Leonding startete das Projekt offiziell Ende Juli im Stadtteilbüro. Danach gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat von 14 bis 18 Uhr einen offenen Nachbarschaftstisch mit Workshops, Gesprächsrunden und Mitmachaktionen. Schon im August steht dabei das Motto „Spielen, Lachen, Stärken“ im Mittelpunkt.
Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Jugend: Durch Kooperationen mit Schulen und Jugendzentren sollen junge Menschen gestärkt und das Thema Gewalt enttabuisiert werden. Aktionen wie bemalte Parkbänke oder die Teilnahme an internationalen Kampagnen wie „One Billion Rising“ schaffen zusätzlich sichtbare Zeichen im öffentlichen Raum.
Die Projektkoordination übernehmen engagierte Leondinger und Leondingerinnen, unterstützt von der Stadt, die nicht nur Räumlichkeiten bereitstellt, sondern auch finanziell und organisatorisch hinter StoP steht.
Warum das schon genial ist
Wir finden es #schongenial: Denn Zivilcourage muss nicht groß anfangen – manchmal reicht ein kleiner Schritt in der Nachbarschaft, um Gewalt zu stoppen.