Um diesen Menschen eine zweite Chance zu ermöglichen, unterstützt „Sei So Frei OÖ“ die mosambikanische Partnerorganisation ESMABAMA beim Projekt „Schule unterm Schattenbaum“. Ziel ist es, Erwachsenen grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln und ihnen damit neue Möglichkeiten im Alltag zu eröffnen.
Lernen dort, wo die Menschen leben
Das Besondere am Projekt ist seine Nähe zu den Menschen. Der Unterricht findet direkt in den Dörfern statt – dort, wo Bildung gebraucht wird. So entfallen lange Wege, die für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine große Hürde darstellen würden.
Innerhalb von vier Jahren erwerben die Lernenden Kenntnisse auf dem Niveau der sechsjährigen Volksschule. Dabei geht es nicht nur um Lesen und Schreiben, sondern auch um praktische Fähigkeiten, die im Alltag wichtig sind. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen beispielsweise, Geldbeträge korrekt zu berechnen, Formulare auszufüllen oder Informationen selbstständig zu lesen.
Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, dass viele Erwachsene zunächst Portugiesisch lernen müssen. Die Amtssprache wird oft erst im Unterricht vermittelt, bevor darauf aufbauend Lesen und Schreiben erlernt werden können. Umso bemerkenswerter ist der Einsatz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich trotz ihres Alters auf diesen anspruchsvollen Lernprozess einlassen.
Alphabetisierung mit nachhaltiger Wirkung
Derzeit betreibt ESMABAMA in der Provinz Sofala 48 Alphabetisierungszentren mit mehr als 2.000 Teilnehmenden. Rund 63 Prozent davon sind Frauen. Die Zentren sind in den staatlichen Bildungsplan eingebunden und arbeiten eng mit den örtlichen Volksschulen zusammen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Unterrichtsinhalte den offiziellen Vorgaben entsprechen und die Absolventinnen und Absolventen am Ende ein anerkanntes Zertifikat erhalten.
Zum Projekt gehört auch die Bereitstellung von Lernmaterialien. ESMABAMA stellt Hefte und Schreibmaterial zur Verfügung, während Lehrbücher von staatlicher Seite bereitgestellt werden. Wo Engpässe entstehen, sorgt die Organisation für das zusätzlich benötigte Material.
Feste Schulgebäude verbessern die Lernbedingungen
Ein wichtiger Fortschritt der vergangenen Jahre ist der Bau von Unterrichtsräumen an 13 Standorten. Die kleinen Gebäude ermöglichen verlässlichen Unterricht auch während der Regenzeit und bieten Schutz vor Unwettern. Gleichzeitig können die befestigten Klassenzimmer mehrfach genutzt werden: Vormittags lernen dort Kinder der Volksschulen, nachmittags finden Alphabetisierungskurse für Erwachsene statt. So entstehen Bildungsorte, die der gesamten Dorfgemeinschaft zugutekommen.
#schongenial, wenn mit diesen Alphabetisierungszentren Erwachsene die Möglichkeit erhalten, grundlegende Bildung nachzuholen und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.