Katharina Mayr – der spannende Weg zur LASK-Kapitänin!
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Katharina Mayr – der spannende Weg zur LASK-Kapitänin!

Schon als kleines Mädchen war Katharina Mayr vom Fußball fasziniert, eine Leidenschaft, die durch die Unterstützung ihres Vaters und Großvaters entfacht wurde. Ihr Weg zur Kapitänin des LASK war jedoch mit zahlreichen Herausforderungen gespickt, besonders während ihrer Zeit in reinen Burschenmannschaften. Als "Mädchen auf dem Fußballplatz" zu spielen, brachte Vorurteile und Akzeptanzprobleme mit sich, denen sie mit Entschlossenheit begegnete. Trotz Rückschlägen und Verletzungen, die sie beinahe zum Aufgeben brachten, fand Katharina die Motivation, weiterzumachen, dank der Unterstützung ihrer Familie, Freunde und ihres Teams. In einem inspirierenden Interview teilt sie nicht nur ihre Erfahrungen, sondern auch ihre Vision für eine inklusivere Wahrnehmung von Frauen im Sport.

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schon genial: Was hat dich inspiriert, Fußball zu spielen, welche Herausforderungen hast du auf deinem Weg zur Kapitänin überwunden?

Katharina Mayr: Meine Begeisterung für Fußball wurde, schon als ich noch ein kleines Mädchen war, von meinem Papa und meinem Opa in mir geweckt. Beide waren leidenschaftliche Fußballfans, und ich erinnere mich daran, dass mein Papa mir den Ball schon vor die Füße spielte, sobald ich laufen konnte. Auch meine Mama hat früher Fußball gespielt, daher war es fast schon eine Familientradition. Der Weg zur Kapitänin war jedoch von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Ich habe zehn Jahre lang bei reinen Burschenmannschaften gespielt und es war nicht immer einfach, als „Mädchen auf dem Fußballplatz“ akzeptiert und respektiert zu werden. Obwohl mein eigenes Team mich stets ernst nahm, war es oft schwierig, die Anerkennung von Gegnern und manchmal sogar von Eltern anderer Spieler zu bekommen. Viele hatten Vorurteile und glaubten, dass Mädchen auf dem Fußballplatz nichts zu suchen hätten. Die Balance zwischen Schule und Sport war ebenfalls eine große Herausforderung für mich, da es damals nur wenige Modelle gab, die beides gut vereinten. Heutzutage gibt es glücklicherweise viele neue Möglichkeiten wie Akademien, die die Kombination von Bildung und Leistungssport unterstützen. Die immerwährende Unterstützung meiner Familie und die Hartnäckigkeit, mich durchzusetzen, haben mir jedoch erfolgreich dabei geholfen, all diese Herausforderungen zu überwinden.

schon genial: Gab es eine schwierige Phase in deiner Karriere, in der du fast aufgegeben hättest? Wenn ja, was hat dich motiviert, weiterzumachen?

Katharina Mayr: Ja, tatsächlich gab es vor etwa 6 bis 7 Jahren eine Phase in meiner Karriere, die äußerst schwierig war und in der ich fast aufgegeben hätte. Ich hatte zu der Zeit mit ziemlich vielen Verletzungen zu kämpfen, was nicht nur körperlich belastend war, sondern auch meinen Spaß am Spiel beeinträchtigte. Das ständige Zurückkämpfen war unglaublich anstrengend und alles erschien sehr mühsam. Es gab sogar eine Zeitspanne von etwa 2 bis 3 Monaten, in der ich gänzlich aufgehört habe zu spielen. Es war eine wirklich harte Zeit, aber das, was mich letztendlich motivierte, weiterzumachen, waren meine Familie, meine Freunde und vor allem meine Mannschaft. Ihr unerschütterlicher Glaube an mich und ihre Unterstützung halfen mir, den verlorenen Spaß zurückzugewinnen und ermutigte mich, nicht aufzugeben, sondern weiterzukämpfen.

schon genial: Gibt es ein spezielles Spiel oder einen besonderen Moment als Kapitänin, der für dich besonders bedeutend war? Könntest du uns davon erzählen?

Katharina Mayr: Absolut, ein ganz besonderer Moment als Kapitänin, der mir sofort in den Sinn kommt, war der Aufstieg unserer Mannschaft in die 2. Bundesliga im Juni 2023. Im Jahr zuvor waren wir unglücklich gescheitert, was uns sehr motivierte, alles zu tun, um es diesmal zu schaffen. Die Emotionen nach dem Schlusspfiff waren überwältigend und ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Der Moment, in dem wir realisierten, dass wir es geschafft hatten, war magisch. Die Freude und Erleichterung waren förmlich greifbar – alle weinten vor Freude. Als Mannschaft hatten wir so viel überwunden, und endlich hatten wir das Ziel erreicht, das wir seit Beginn unserer Reise verfolgten.Es war nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch eine Bestätigung dafür, dass harte Arbeit, Entschlossenheit und Teamarbeit sich auszahlen. Der Moment auf dem Platz war unvergesslich, aber die Party im Bus danach wird ebenfalls nie jemand vergessen.

schon genial: Welche Veränderungen oder Fortschritte würdest du gerne in der Wahrnehmung von Frauen im Fußball und im Sport allgemein sehen?

Katharina Mayr: Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit auf die allgemeine Wahrnehmung von Frauen im Sport zu lenken. Frauen leisten oft dasselbe, wenn nicht sogar mehr als ihre männlichen Kollegen. Leider fehlt jedoch oft eine gleichwertige Aufmerksamkeit der Medien. Auch die Diskrepanz zwischen den Gehältern von männlichen und weiblichen Athleten ist ein sehr deutliches Beispiel. Oftmals sind die Gehälter der Männer um ein Vielfaches höher, und das trotz vergleichbarer oder sogar überlegener Leistungen von Frauen. Es sollte nicht nur den männlichen Athleten vorbehalten sein, von ihrer Leidenschaft zu leben. Insbesondere im Bereich des Frauenfußballs gibt es viele talentierte Spielerinnen, die in Top-Ligen spielen, aber später dennoch Schwierigkeiten haben, davon leben können. Es fehlt an allgemeiner Wertschätzung und finanzieller Unterstützung, um wirklich eine Gleichberechtigung zu gewährleisten.

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schon genial: Welche Ratschläge würdest du jüngeren Mädchen, die davon träumen, im Fußball erfolgreich zu sein, geben?

Katharina Mayr: Verfolge immer hartnäckig deine Ziele, selbst wenn sie unrealistisch erscheinen mögen. Oft gibt es Menschen, die Zweifel äußern, aber lass dich davon nicht entmutigen. Rückschläge tun weh, aber sind Teil des Prozesses. Lass dich von ihnen nicht entmutigen, sondern nutze sie als Ansporn, um stärker zurückzukommen. Behalte immer den Spaß und die Freude am Fußball im Blick. Es ist wichtig, dass der Sport keine Last wird, sondern eine Leidenschaft bleibt. Sei bereit, hart zu arbeiten und dich stetig zu verbessern. Mit Entschlossenheit, Leidenschaft und Ausdauer kannst du deine Ziele erreichen und deinen Weg im Fußball erfolgreich gestalten.

schon genial: Was sind deine langfristigen Ziele, sowohl für dich persönlich als auch für das Team, das du führst?

Katharina Mayr: Persönlich strebe ich kontinuierlich nach Weiterentwicklung und dem Ausschöpfen meines Potenzials als Spielerin und Kapitänin. Ein lang ersehntes Ziel für mich ist es, in der 1. Bundesliga zu spielen. Das ist nicht nur eine individuelle Ambition, sondern auch ein Bestreben, das eng mit dem Team verbunden ist. Darüber hinaus forcieren wir auch als Team kontinuierliche Weiterentwicklung. Das beinhaltet nicht nur die spielerische Entwicklung auf dem Fußballfeld, sondern auch außerhalb davon. Wir möchten als Mannschaft wachsen, nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch als Einheit, die außerhalb des Spielfelds zusammenarbeitet und sich unterstützt.

schon genial: Danke für das inspirierende Interview. Sehr gerne helfen wir mit, einen Beitrag für mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für diese Sportart zu leisten, die so viele positive Aspekte für die Gemeinschaft bietet, wie das Gespräch gezeigt hat. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg.

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