Portraitfoto Dr. Jörg Auer
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Positive Perspektiven fördern die psychische Gesundheit

Dr. Jörg Auer

Prim. Dr. Jörg Auer, Vorstand der Klinik Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin des Kepler Universitätsklinikums, im Interview mit schon genial.

Die psychische Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für unsere Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Teilhabe. Sie bezeichnet den Zustand, in dem man sich geistig wohl fühlt und sein Potential voll ausschöpfen kann, um mit Belastungen und Stress im Leben fertig zu werden. Eine positive Lebenseinstellung kann dabei helfen, mit Herausforderungen besser umzugehen und belastende Situationen positiver zu bewerten. schon genial hat mit Prim. Dr. Jörg Auer, Vorstand der Klinik Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin des Kepler Universitätsklinikums, über positive Perspektiven gesprochen.

Für die psychische Gesundheit bedarf es unter anderem positiver Perspektiven. Was darf man sich unter positiven Perspektiven vorstellen?
Prim. Dr. Auer: Positive Perspektiven sind, trotz der Herausforderungen und Hindernisse, die vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten zu sehen mit denen wir etwas weiterentwickeln können, verbessern und Neues schaffen.

Sind es mehr die persönlichen Aspekte wie Gesundheit, Beruf, Karriere, Einkommen, oder sind es die allgemeinen Aspekte wie Umwelt, Klima, Globalisierung, Migration, Digitalisierung, KI, die den Menschen Sorgen bereiten, für die es Antworten/Perspektiven braucht?
Prim. Dr. Auer:
Auf Basis unserer persönlichen Aspekte versuchen wir mit den allgemeinen Herausforderungen unserer unmittelbaren und globalisierten Welt umzugehen. Je gefestigter jemand in seinen persönlichen Säulen ist, desto widerstandsfähiger ist diese Person. Ein Fahrzeug mit einem starken Motor (im biologischen, psychischen und sozialen Sinne) kann eine Steigung trotz voller Beladung meistern.

Gibt es Unterschiede in den Altersgruppen, Bildungsschicht?
Prim. Dr. Auer: Das individuelle Alter beeinflusst durch die gemachten positiven aber auch negativen Erfahrungen und durch die jeweilige Lebenssituation unser Denken und Handeln. Auch wenn manche Menschen von Geburt an selbstsicherer und in der Entdeckung ihrer Umwelt aktiver sind als andere, spielen Lebensphasen eine wesentliche Rolle. Kinder und junge Erwachsene wollen sich und die Welt entdecken, über das Gewohnte und Bekannte hinausgehen, kritisch hinterfragen. Ein Umdenken geht meist von der jüngeren Generation aus. Für Menschen im Alter ist das Bewahren wichtiger. Es fällt ihnen im Alltag leichter sich im Gewohnten zu orientieren, sind Neuerungen mehr Herausforderung und werden weniger als Chance gesehen.

Welche Rolle spielen positive Nachrichten für die Psyche?
Prim. Dr. Auer: Positive Nachrichten sind für unser Wohlbefinden von evidenter Bedeutung. Sie erfüllen uns mit Freude, Neugierde und Zuversicht, verstärken unsere Erwartung, dass sich die Zukunft positiv entwickeln kann. Wobei damit nicht Schönreden gemeint ist, sondern wie Herausforderungen, Belastungen oder auch traumatische Ereignisse bewältigt werden können.

Vielen lieben Dank für dieses schon geniale Interview!

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