Pottwalflosse, die aus dem Meer auftaucht
Foto: NOAA / Unsplash
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Pottwal-Ambra erstmals natürlich erzeugt

Ambra

Wissenschaftler:innen des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und der TU Graz haben zusammen mit dem Firmenpartner ACS International den Duftstoff Ambrein erstmals biosynthetisch hergestellt.

Ambra ist der seltenste und teuerste tierische Duftstoff der Welt. Aufgrund seines besonderen Aromas und der Fähigkeit, Düfte länger haltbar zu machen, ist er in der Parfumindustrie heiß begehrt und hat je nach Qualität einen Wert von bis zu 50.000 Euro pro Kilogramm. Die wachsartige Substanz, die unverdaulichen Teile der Nahrung umschließt, wird im Verdauungstrakt von Pottwalen gebildet – allerdings nur in geringen Mengen.„Als Hauptquelle von Ambra dient Ambrein. Dieser Triterpenalkohol wird als Stoffwechselprodukt im Darm von weniger als fünf Prozent der Pottwale gebildet“, erklärt Harald Pichler, acib-Forscher und Professor am Institut für Molekulare Biotechnologie an der TU Graz.

Synthetische Erzeugung

Aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA), das den Handel mit Pottwalprodukten verbietet, der natürlichen Limitierung von Ambra und der hohen industriellen Nachfrage wird Ambra seit den späten 1930er Jahren synthetisch erzeugt – allerdings war die bisherige Synthese ineffizient, teuer und umweltschädlich.

Neuer Biosyntheseweg erforscht

Forscher:innen des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und der TU Graz haben gemeinsam mit dem Industriepartner ACS International (Aroma Chemical Services) erstmals einen zur Gänze natürlichen Biosyntheseweg entwickelt.

„Wir haben einen Weg gefunden, Ambrein, den natürlichen Vorläuferstoff von Ambra, biosynthetisch durch einen neuen Stoffwechselweg in der Hefe Pichiapastorisherzustellen. Das bedeutet, dass wir zum ersten Mal das gesamte Duftspektrum, wie es auch im Pottwal natürlich vorkommt, auf biosynthetischem Wege abbilden können“, so Pichler – und das preisgünstig, in bisher ungeahnter Qualität und in größeren Mengen.

 

Der Innovationsgrad unserer heimischen Wissenschaftler:innen ist schon genial!

 

Quelle: acib

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