Wie Gipsabfall zu einem wertvollen Baustoff wird

Wirtschaft & Infrastruktur
„Gips-zu-Gips“-Recyclingwerk, Stockerau, PORR, Saint-Go­bain, Sau­ber­ma­cher, Gips 100 % re­cy­cel­bar
Projektbeteiligte von PORR, Saint-Go­bain und Sau­ber­ma­cher
(v.li.): GZG-Geschäftsführer Julian Lechner; Peter Giffinger, CEO Austria bei Saint-Gobain; Benoit Bazin, Präsident und CEO der Saint-Gobain Gruppe; GZG-Geschäftsführerin Monika Döll; PORR COO Josef-Dieter Deix; Saubermacher-Gründer Hans Roth; GZG-Geschäftsführer Andreas Mehlmauer-Larcher | Fotocredit: GzG/Richard Tanzer

Mit der Eröffnung des ersten österreichischen „Gips-zu-Gips“-Recyclingwerks in Stockerau setzt die Bau- und Entsorgungsbranche ein starkes Zeichen für nachhaltiges Ressourcenmanagement. Die neue Anlage verarbeitet jährlich bis zu 60.000 Tonnen Gipsabfälle aus Rückbau und Abbruch.

Dabei wird der Gipskern präzise von Karton und Störstoffen getrennt, fein zerkleinert und zu hochwertigem Rezyklat aufbereitet. Dieses Material dient anschließend als Basis für die Produktion neuer Gipskartonplatten. Somit entsteht ein geschlossener Kreislauf, der den Baustoff Gips erstmals vollständig wiederverwertbar macht. Mit einem geplanten Recyclinganteil von bis zu 40 % in neuen Platten entsteht ein funktionierender Stoffkreislauf, der sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugt.

Nachhaltiger Baustoff statt Deponieabfall

Die Bedeutung dieser Innovation wird durch das kommende Deponieverbot für Gipskartonplatten ab 1. Januar 2026 noch verstärkt. Altgips darf künftig nicht mehr einfach entsorgt werden, wodurch das Recycling zur notwendigen und zugleich sinnvollen Alternative wird. Das neue Werk nimmt hier eine Schlüsselrolle ein: Es verhindert, dass wertvolle Rohstoffe verloren gehen, und reduziert gleichzeitig die Belastung von Deponien. Durch die Rückführung des Materials in den Produktionsprozess werden natürliche Gipsvorkommen geschont und CO₂-Emissionen gesenkt, da weniger Primärgips gewonnen und transportiert werden muss.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Kreislaufwirtschaft im Bauwesen funktionieren kann. Statt linearem Verbrauch entsteht ein zukunftsfähiges System, in dem Baustoffe mehrfach genutzt werden. Für die Bauindustrie eröffnen sich dadurch neue Wege, nachhaltiger zu agieren und gesetzliche Vorgaben effizient zu erfüllen. Gleichzeitig stärkt die Anlage die regionale Wertschöpfung und schafft Perspektiven für weitere Innovationen im Bereich der Baurestmassenverwertung.

#schongenial dieser wichtige Meilenstein für klimafitte Baustoffkreisläufe und eine nachhaltigere Bauzukunft in Österreich.

Dieser Beitrag fördert die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Schön, dass es so viel Positives gibt. Danke:
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