Bisher landen sie meist im Recycling, obwohl viele davon noch funktionieren oder sich mit geringem Aufwand reparieren ließen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt WattsOK? an. Unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology arbeitet ein Konsortium aus führenden Unternehmen daran, gebrauchte PV-Module mithilfe von Künstlicher Intelligenz, Robotik und datenbasierter Analyse für ein zweites Leben fit zu machen.
Wie Hightech alte Module rettet
Das Projekt bringt verschiedene Kompetenzen zusammen: 2nd Cycle FlexCo entwickelt eine innovative Multi-Sensor-Anlage, die gebrauchte Module optisch, elektrisch und thermisch überprüft. PROFACTOR GmbH sorgt für die Integration moderner Robotiklösungen, die Module präzise handhaben und bei Bedarf Steckverbindungen oder Kabel ersetzen. TÜV Austria übernimmt die Entwicklung der Datenschnittstellen und Prüfverfahren, um automatisierte Entscheidungen über Wiederverwendung oder Recycling zu ermöglichen. METRAN, Spezialist für metallische Recyclingprozesse, bringt sein Know-how für nachhaltige Materialrückgewinnung ein, während die Montanuniversität Leoben die Umwelt- und Ressourcenbilanzen wissenschaftlich bewertet.
Im Zentrum steht ein digital gesteuerter Prüfprozess: Eine KI erkennt mithilfe von Kameras und Sensoren Risse, Zellschäden oder Verschmutzungen, analysiert die Leistungsdaten und entscheidet, ob ein Modul wiederverwendbar ist. Alle Informationen werden in einer zentralen Datenbank gespeichert. Das schafft Nachvollziehbarkeit und erleichtert die künftige Skalierung. Roboter übernehmen das sichere Handling der Module und ermöglichen so eine effiziente und sichere Aufbereitung.
Ein Modell für die Kreislaufwirtschaft
WattsOK? zeigt, wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenwirken können. Statt wertvolle Materialien wie Glas, Aluminium und Silizium vorschnell zu recyceln, wird das volle Potenzial bestehender Module genutzt. Das spart Energie, Kosten und Ressourcen und eröffnet neue Märkte für aufbereitete PV-Module.
#schongenial, wenn Forschung, Technologie und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen und beweisen, dass clevere Ideen und Hightech helfen können, die Energiewende wirklich nachhaltig zu gestalten.