Das ist notwendig und auch wichtig. Denn was nicht erfasst wird, bleibt häufig unsichtbar.
Doch zwischen Erfassen und Nutzen liegt ein wesentlicher Unterschied. Ein Bericht erfasst Leistungen in Form von Kennzahlen. Aber allein dadurch entsteht noch kein zusätzlicher strategischer Unternehmenswert.
Denn Daten beschreiben, was ein Unternehmen leistet. Entscheidend ist, welche Wirkung diese Leistungen entfalten, welche Bedeutung sie besitzen – und was ein Unternehmen daraus macht.
Vom Nachweis der Leistung zur Bedeutung
Ein Unternehmen kann dokumentieren, wie viele Lehrlinge es ausbildet, wie viel es in betriebliche Gesundheitsförderung investiert oder welchen Umfang sein gesellschaftliches Engagement hat. Damit ist eine Leistung beschrieben. Strategisch interessanter ist die Frage: Was bewirkt diese Leistung – und für wen ist sie von Bedeutung?
Lehrlingsausbildung eröffnet jungen Menschen berufliche Perspektiven, sichert Fachkräfte, stärkt Regionen und trägt zur Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens und eines Wirtschaftsstandortes bei.
Betriebliche Gesundheitsförderung kann Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Bindung der Mitarbeitenden stärken.
Gesellschaftliches Engagement kann Vereine und Gemeinschaft fördern, soziale Infrastruktur erhalten und Vertrauen in ein Unternehmen schaffen.
Leistung → Wirkung → Bedeutung → strategischer Unternehmenswert
Diese Perspektive macht sichtbar, welcher Wert in bereits bestehenden Aktivitäten steckt.
Reporting blickt zurück. Strategie nach vorne.
Reporting beantwortet vor allem die Frage: Was wurde geleistet?
Strategischer Unternehmenswert geht weiter: Welche Wirkung entfalten diese Leistungen? Welche Bedeutung haben sie für Mitarbeitende, deren Familien, Kundinnen und Kunden, Regionen oder die Gesellschaft? Und wie lässt sich diese Bedeutung für Arbeitgeberattraktivität, Reputation, Differenzierung oder Kundenbindung nutzen?
Damit verändert sich die Perspektive: Aus einer dokumentierten Leistung kann ein Argument für das Employer Branding werden. Gesellschaftliches Engagement kann die Unternehmenspositionierung stärken. Investitionen in Ausbildung können zu einem glaubwürdigen Zukunftsversprechen werden.
Das Entscheidende: Das Unternehmen muss dafür nicht zwangsläufig mehr tun. Es muss mehr aus dem machen, was bereits vorhanden ist.
Nicht mehr berichten. Mehr daraus machen.
Reporting liefert eine wichtige Grundlage. Doch der strategische Nutzen entsteht erst, wenn Unternehmen die Bedeutung hinter den Daten erkennen und für ihre Unternehmensstrategie erschließen. Dafür gilt: Erkennen – Erschließen – Nutzen.
Viele Unternehmen wissen heute sehr genau, was sie leisten. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Was müssen Unternehmen noch zusätzlich tun?
Sondern: Wie viel strategischer Unternehmenswert steckt bereits in dem, was sie heute tun – und wie viel davon bleibt noch ungenutzt?
Reporting macht Leistungen messbar.
Strategischer Unternehmenswert entsteht, wenn das Unternehmen aus Wirkung Bedeutung schafft.
Über den Autor Dr. Alfred Fiedler
Dr. Alfred Fiedler ist Gründer von #schongenial und Entwickler des Konzepts des strategischen Unternehmenswerts.
Seit über 40 Jahren begleitet er Unternehmen in den Bereichen Markenführung und Unternehmensentwicklung. Aus dieser langjährigen Erfahrung entwickelte er das Konzept des strategischen Unternehmenswerts. Es entstand aus der Erkenntnis, dass Unternehmen über einen strategischen Unternehmenswert verfügen, der jedoch häufig unterschätzt und wirtschaftlich ungenutzt bleibt.
Mit seinen Gedanken und Veröffentlichungen lädt er zu einem Perspektivenwechsel ein. Er zeigt, wie Unternehmen den Wert und die Bedeutung ihrer bestehenden Leistungen erkennen, ihren strategischen Unternehmenswert erschließen und daraus wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Mehrwert schaffen können – zum Wohle aller.