Lignin fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Holz- und Papierindustrie an und wird bislang meist energetisch verwertet. Dabei handelt es sich um die größte natürliche Quelle für sogenannte aromatische Verbindungen. Das sind stabile Molekülstrukturen, die in zahlreichen Arzneimitteln enthalten sind. Genau hier setzt die Forschung an.
Grüne Chemie neu gedacht
Noch immer basieren viele Arzneimittel und chemische Produkte auf Erdöl. Die Herstellung ist häufig energieintensiv und erzeugt problematische Abfälle. Bartas Ansatz setzt hier an: Sie verfolgt die Prinzipien der „grünen Chemie“. Ziel ist es, Prozesse von Grund auf so zu entwickeln, dass sie ressourcenschonend, energieeffizient und möglichst schadstoffarm sind.
Im Zentrum steht Lignin, ein komplexes Biopolymer, das in großen Mengen als Nebenprodukt der Holz- und Papierindustrie anfällt. Es ist die größte natürliche Quelle für aromatische Moleküle, die in zahlreichen pharmazeutischen Wirkstoffen vorkommen. Im vom Österreichischen Wissenschaftsfonds geförderten Projekt „WoodValue“ arbeitet Bartas Team daran, diese komplexe Struktur gezielt aufzubrechen und in wertvolle Ausgangsstoffe für Medikamente umzuwandeln. Entscheidend ist dabei, chemische Synthesen völlig neu zu denken, anstatt bestehende Verfahren lediglich zu ersetzen.
Von Holzspänen zu Hightech-Wirkstoffen
Die Forschung zeigt bereits konkrete Erfolge: Es ist gelungen, aus Lignin bedeutende Moleküle wie Dopamin herzustellen – eine Verbindung, die in der Medizin eine wichtige Rolle spielt. Besonders bemerkenswert ist, dass diese neuen Verfahren weniger Reaktionsschritte benötigen als klassische petrochemische Prozesse.
#schogenial, denn das spart Energie, reduziert Abfall und verbessert die Nachhaltigkeit erheblich.