Vereine sind dabei aber auch mehr als Trainingsorte. Sie werden zu sozialen Räumen, in denen junge Menschen Anerkennung erfahren, ihre Stärken entdecken und lernen, mit sich selbst und anderen achtsam umzugehen. Besonders Kampfsportarten wie Karate verbinden körperliche Aktivität mit innerer Haltung: Konzentration, Achtsamkeit und gegenseitiger Respekt stehen ebenso im Fokus wie Technik, Fitness und Bewegung.
Dass solche Orte wirken können, ist kein Zufall. Hinter jedem Training stehen aber auch Menschen, die ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Herz ehrenamtlich investieren. Einer von ihnen ist Michael Schneiderbauer, Sektionschef und Cheftrainer des Karateclubs Shindo ASKÖ Auhof. Mit Kompetenz, Geduld und Engagement begleitet er Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf ihrem Karate-Weg und vermittelt ihnen so den Sport als Werkzeug zur persönlichen Entwicklung.
Im Gespräch mit #schongenial spricht Michael Schneiderbauer über seine Motivation, persönliche Erfahrungen und darüber, warum Karate für ihn weit mehr ist als Sport.
#schongenial: Herr Schneiderbauer, Sie engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Vereinschef und Cheftrainer. Warum?
Michael Schneiderbauer: Weil Karate für mich nie nur Sport war. Karate ist ein Weg, einen Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit zu stärken. Wenn ich sehe, wie Kinder oder Erwachsene durch das Training ruhiger, selbstsicherer und respektvoller werden, dann weiß ich, warum ich das mache. Dieses Wachstum mitzuerleben, ist unbezahlbar.
#schongenial: Was macht Karate gerade für Kinder und Jugendliche so wertvoll?
Michael Schneiderbauer: Der Verein ist für viele ein zusätzlicher sozialer Lebensraum. Neben Familie, Schule und Freundeskreis finden Kinder hier einen Ort, an dem sie gesehen werden. Sie lernen Respekt, Toleranz, Rücksichtnahme und Mut. Nicht in der Theorie, sondern durch Erleben. Sie erkennen ihre eigenen Grenzen und lernen gleichzeitig, die Grenzen anderer zu respektieren. Das sind Fähigkeiten, die sie ein Leben lang begleiten.
#schongenial: Karate wird oft als Kampfsport gesehen. Was steckt tatsächlich dahinter?
Michael Schneiderbauer: Karate ist eine ganzheitliche Schule für Körper, Geist und Persönlichkeit. Natürlich arbeiten wir an Koordination, Fitness, Ausdauer und Konzentration. Aber genauso wichtig sind innere Stärke, Selbstsicherheit, Achtsamkeit und ein respektvolles Miteinander. Jede Einheit beginnt und endet mit einer kurzen Meditation – Mokusō. Das schafft Ruhe und erinnert daran, worum es geht: Karate beginnt und endet mit Respekt.
#schongenial: Sie trainieren Kinder wie Erwachsene. Welche Momente berühren Sie persönlich besonders?
Michael Schneiderbauer: Wenn Menschen über sich hinauswachsen. Wenn ein Kind, das anfangs kaum stillstehen konnte, plötzlich ruhig meditiert. Wenn Kinder einander helfen, statt sich zu vergleichen. Oder wenn Jugendliche lernen, Haltung zu zeigen, im Leben, nicht im Kampf. Diese kleinen Entwicklungen sind für mich die größten Erfolge.
#schongenial: Der Verein lebt vom Ehrenamt. Welche Bedeutung hat das für Sie?
Michael Schneiderbauer: Ohne Ehrenamt wäre all das nicht möglich. Trainer, Funktionäre, Eltern: viele Menschen schenken ihre Zeit und Energie. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Mein großer Dank gilt auch unserem Präsidenten Jürgen Hahm, der im Hintergrund enorm viel organisatorische Arbeit leistet, sowie Gerald Traunsteiner, der mit seiner Erfahrung, Leidenschaft und Vorbildwirkung eine tragende Säule im Training ist. Gemeinsam schaffen wir einen Ort, der wirkt.
#schongenial: Zum Abschluss: Warum machen Sie das alles?
Michael Schneiderbauer: Weil es ein unbeschreibliches Gefühl ist, Kinder wachsen zu sehen. Wenn Training zu einem festen, positiven Bestandteil ihres Alltags wird. Wenn sie Selbstvertrauen entwickeln, Rücksicht zeigen und innere Stärke aufbauen. Deshalb investieren wir hier unsere Freizeit.
#schongenial: Vielen Dank für das Interview … und Ihr Engagement für unsere Kinder.