Statt bloßer Fakten über Brauprozesse erwartete die Gäste eine „Brauereiführung der etwas anderen Art“: Drei Stationen mit Impulsvorträgen, eingebettet in die Atmosphäre eines lebendigen Traditionsbetriebs. Zwischen Sudkesseln und Lagerfässern wurde deutlich, wie stark Gemeinschaft, Haltung und Zukunftsoptimismus zusammenwirken können. Gerade dieser Mix aus regionaler Verwurzelung und inhaltlicher Tiefe machte den Abend zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, wie Dialogräume entstehen, die sowohl inspirieren als auch verbinden.
Zuversicht als Wirtschaftskraft
Den Auftakt gestaltete Alfred Fiedler, Gründer von #schongenial, mit vier zentralen Thesen, die sich wie ein roter Faden durch seinen Vortrag zogen. Seine erste Botschaft war klar: Zuversicht ist kein bloßes Gefühl, sondern ein handfester Wirtschaftsfaktor. Gerade in Zeiten multipler Krisen entscheidet sie darüber, ob Unternehmen handlungsfähig bleiben. Wer zuversichtlich ist, erkennt Chancen und eröffnet damit neue Innovationsräume.
Seine zweite These knüpfte daran an: Wir brauchen bessere Geschichten. Klassische Alleinstellungsmerkmale reichen heute nicht mehr aus, wenn Produkte immer vergleichbarer werden. Entscheidend ist, welche Werte ein Unternehmen vertritt und welchen Beitrag es für Gesellschaft und Umwelt leistet. Gute Geschichten verbinden Fakten mit Emotionen, schaffen Vertrauen und geben Orientierung in einer komplexen Welt.
Mit der dritten These rückte Fiedler den Arbeitsmarkt in den Mittelpunkt. Der wirtschaftliche Erfolg entscheidet sich zunehmend daran, ob es gelingt, engagierte Menschen zu gewinnen und zu halten. Dabei wird Sinn zur Schlüsselgröße: Menschen wollen nicht nur arbeiten, sondern einen Beitrag leisten. Unternehmen, die klare Werte vermitteln und Sinn stiften, stärken Motivation, Loyalität und Innovationskraft.
Abschließend betonte Fiedler in seiner vierten These die Bedeutung von Austausch und Gemeinschaft. Der Mensch ist ein soziales Wesen, das sich im Dialog entwickelt. #schongenial ist die Plattform, die Menschen zusammenbringt, inspiriert und Räume für echte Begegnung schafft. Konkrete Beispiele laden ein, inspirieren und ermuntern, in einen Erfahrungsaustausch zu kommen – als Basis für neue Ideen für das eigene Unternehmen.
Was wir vom Bier über das Leben lernen können
Einen ganz anderen Zugang erhielten die Gäste von der Psychotherapeutin Niccola Liedl. Sie griff das Bild des Bierbrauens auf und übersetzte die Zutaten Wasser, Hopfen, Malz, Hefe und Zeit in zentrale Elemente eines gelingenden Lebens. Wasser stand für Zugehörigkeit als grundlegendes menschliches Bedürfnis nach echten Beziehungen. Hopfen symbolisierte Wahrheit und die Fähigkeit, Grenzen zu setzen, auch wenn dies manchmal „bitter“ ist. Malz wurde zum Bild für unsere Erfahrungen, die uns prägen und stärken, während die Hefe für innere Entwicklung steht, die oft im Verborgenen geschieht. Schließlich betonte sie die Bedeutung der Zeit: Reifung lasse sich nicht erzwingen, sondern brauche Geduld und Vertrauen.
Das Fazit der jungen Psychotherapeutin: Ein gutes Leben muss nicht perfekt sein, sondern stimmig. Wie ein gutes Bier eben.
Regionale Verantwortung als Erfolgsmodell
Den Abschluss bildete Gastgeber Peter Krammer, der die Brücke zwischen Theorie und Praxis schlug. Mit großer Leidenschaft erzählte er, wie es gelungen ist, den Braugersten-Anbau wieder in der Region zu verankern und damit lokale Wertschöpfung zu stärken. Besonders wichtig war ihm dabei die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Landwirten und faire Preise entlang der gesamten Lieferkette. Gleichzeitig plädierte er für verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und zeigte, wie Tradition und Nachhaltigkeit eine Symbiose zum Wohle aller eingehen können. Seine Worte machten deutlich, wie sehr wirtschaftlicher Erfolg, regionale Identität und ökologische Verantwortung zusammenhängen.
Den #schongenialen Abschluss bildeten inspirierende Gespräche in der Stub‘n der Brauerei. Wir bedanken uns bei Familie Krammer sehr herzlich für die Einladung zu diesem außergewöhnlichen Abend.