Warum in der Tigerklasse jetzt Leseratten sitzen

Engagement & Wissenswertes
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Leseoma Ida Wirnsberger
Fotocredit: Caritas

Die erste Klasse der Volksschule Ohlsdorf war auf der Suche nach einer besonderen Idee, um das Lesen für die Kinder noch motivierender und freudvoller zu gestalten. Gleichzeitig suchte eine Seniorin aus Gmunden nach einer sinnvollen Tätigkeit, die ihre Leidenschaft für Bücher mit einem sozialen Engagement verbindet. So trafen zwei Bedürfnisse aufeinander: das Bedürfnis der Kinder, spielerisch Lesen zu lernen, und das Bedürfnis einer älteren Frau, ihre Lesebegeisterung weiterzugeben und dabei gebraucht zu werden.

Seit Kurzem hat die „Tigerklasse“ daher eine ganz besondere Unterstützerin an ihrer Seite: eine „Lese-Oma“, die regelmäßig mit den Kindern in die Welt der Geschichten eintaucht. 

Generationen verbinden 

Ida Wirnsberger ist 68 Jahre alt und lebt in einer teilbetreuten invita-Wohngemeinschaft der Caritas in Gmunden. Mit ihrer ruhigen Art und ihrer großen Liebe zu Büchern ist sie ein Fixpunkt für die Kinder der 1a-Klasse geworden. Ein Caritas-Mitarbeiter brachte die Idee auf, Ida als Lesepatin in die Schule zu vermitteln, und seitdem ist der Dienstag für die Seniorin ein ganz besonderer Wochentag. Zunächst war sie etwas nervös, doch inzwischen freut sie sich schon am Wochenende auf ihre Zeit mit den „Tigerkindern“.

Mit viel Geduld unterstützt Ida die Kinder beim Vorlesen, hört zu, ermutigt und hilft über schwierige Stellen hinweg. Besonders berührend ist für sie der Moment, wenn ein Kind eine Seite zum ersten Mal ganz alleine schafft. Das Strahlen in den Gesichtern der Kinder geht ihr „mitten ins Herz“. Durch diesen generationsübergreifenden Austausch erleben die Schülerinnen und Schüler nicht nur Lesefortschritte, sondern auch die Wertschätzung für ältere Menschen. 

Soziales Lernen und Inklusion

Das gemeinsame Lesen hat für die Tigerklasse weit mehr zu bieten als nur sprachliche Förderung. Die Kinder gewinnen an Sicherheit und erleben, wie bereichernd der Kontakt mit älteren Menschen sein kann. Anfangs begleitete ein Caritas-Mitarbeiter Ida, mittlerweile sind auch Praktikant:innen der Caritas mit dabei. Für angehende Sozialbetreuer:innen wird so ein praktisches Lernfeld geschaffen, in dem sie erleben, wie kleine Ideen große Wirkung entfalten. 

Am Ende jeder Vorlesestunde ruft die Klasse lautstark „Danke, Ida!“, ein Moment, der die Seniorin jedes Mal tief berührt. Das Projekt ist so erfolgreich, dass bereits geplant wird, es auf weitere Klassen mit dem Ziel auszuweiten, noch mehr wertvolle Begegnungen zwischen Kindern und Bewohner:innen von Caritas-Wohngemeinschaften zu ermöglichen und gelebte Inklusion weiter zu stärken. 

Die Leseoma finden wir #schongenial.

Dieser Beitrag fördert die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Schön, dass es so viel Positives gibt. Danke:
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