Dieses Engagement lebt auch von Menschen, die über viele Jahre hinweg einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit dafür einsetzen. Einer von ihnen ist Michael Klement, Kundenberater der OÖ Versicherung in Bad Ischl. Seit fast 3 Jahrzehnten ist er bei der Bergrettung aktiv. Die Verbundenheit mit den Bergen hat ihn zu diesem Ehrenamt geführt, die Freude am Helfen und die Gemeinschaft halten seine Motivation bis heute aufrecht. Im Interview mit #schongenial spricht er über seine Beweggründe, die Anforderungen an Bergretter und darüber, was es bedeutet, auch in herausfordernden Situationen einen klaren Kopf zu bewahren.
#schongenial: Wie sind Sie dazu gekommen, sich ehrenamtlich bei der Bergrettung zu engagieren?
Michael Klement: Die Berge haben mich schon immer begeistert und ich bin seit jeher gerne dort unterwegs. Gleichzeitig war es mir wichtig, mich bei einer freiwilligen Organisation einzubringen und etwas Sinnvolles für andere zu tun. So bin ich vor mittlerweile 27 Jahren zur Bergrettung gekommen.
#schongenial: Was motiviert Sie, Ihre Freizeit für die Bergrettung einzusetzen?
Michael Klement: Im Mittelpunkt steht für mich ganz klar, Menschen in Notsituationen helfen zu können. Gleichzeitig spielt aber auch die Gemeinschaft eine große Rolle. Bei der Bergrettung muss man sich aufeinander verlassen können. Dadurch entsteht unter den Kameradinnen und Kameraden ein besonderer Zusammenhalt.
#schongenial: Wie sieht ein typischer Einsatz bei der Bergrettung aus?
Michael Klement: Der Einsatz beginnt mit einer Alarmierung auf dem Handy. Danach fährt man zum Stützpunkt oder direkt zu einem vereinbarten Treffpunkt. Dort erhalten wir die weiteren Informationen und Anweisungen. Damit es schnell gehen kann, habe ich meine persönliche Ausrüstung immer im Auto dabei.
#schongenial: Welche Ausbildung und Fähigkeiten benötigt man, um bei der Bergrettung mitarbeiten zu können?
Michael Klement: Eine gewisse alpine Erfahrung sollte man bereits mitbringen. Dazu gehören beispielsweise Klettern, Skitouren und Hochtouren. Anschließend beginnt die Ausbildung in der jeweiligen Ortsstelle. Zusätzlich absolviert man fünf Landeskurse. Erst danach ist die Ausbildung zum Bergretter abgeschlossen.
#schongenial: Gibt es einen Einsatz, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? Warum?
Michael Klement: Das lässt sich nur schwer auf einen einzelnen Einsatz reduzieren. Es gibt sehr schöne Momente, etwa wenn man einen Menschen retten kann, bei dem man zunächst kaum noch Hoffnung hatte. Gleichzeitig erleben wir auch belastende Situationen, in denen jede Hilfe zu spät kommt und wir Verstorbene ins Tal bringen müssen. Auch das gehört leider zu unserer Aufgabe. Beide Seiten bleiben einem in Erinnerung.
#schongenial: Was sind für Sie die größten Herausforderungen oder Gefahren bei einem Einsatz?
Michael Klement: Besonders wichtig ist es, selbst immer einen klaren Kopf zu bewahren. Jeder Schritt muss gut überlegt sein. Bei einem Einsatz trägt man schließlich nicht nur Verantwortung für sich selbst. Von den eigenen Entscheidungen kann auch die Sicherheit der Kameradinnen und Kameraden abhängen. Deshalb sind Konzentration, Erfahrung und gegenseitiges Vertrauen besonders wichtig.
#schongenial: Wie gehen Sie mit schwierigen oder emotional belastenden Situationen um?
Michael Klement: Wir haben die Möglichkeit, Gespräche mit einem Kriseninterventionsteam in Anspruch zu nehmen. Vieles wird aber auch innerhalb der Gruppe aufgearbeitet. Nach einem Einsatz zusammensitzen, miteinander reden und das Erlebte gemeinsam besprechen, hilft dabei sehr. Dieser Austausch untereinander ist für uns wichtig.
#schongenial: Wie lässt sich Ihr Ehrenamt bei der Bergrettung mit Beruf, Familie und Freizeit vereinbaren?
Michael Klement: Das funktioniert nur, wenn von allen Seiten Verständnis vorhanden ist – sowohl in der Familie als auch im beruflichen Umfeld. Natürlich geht das Engagement auch zulasten der eigenen Freizeit. Diese Zeit muss man bereit sein zu investieren. Für mich ist es das aber auf jeden Fall wert.
#schongenial: Wir bedanken uns nicht nur für das Interview, sondern vor allem für Ihr Engagement und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute.