Hub4000: Wo die Industrie der Zukunft entsteht

Wirtschaft & Infrastruktur
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Roboter von hub4000
fotocredit: ©WKO Oberösterreich

Humanoide Roboter, die eigenständig Bauteile prüfen, aus Erfahrungen lernen und mit Menschen zusammenarbeiten: Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, wird in Linz bereits unter realitätsnahen Bedingungen erprobt. Mit der neuen AI Sandbox im Hub4000 entsteht in der Tabakfabrik ein Experimentierraum, in dem Künstliche Intelligenz und Robotik ihren Weg aus der Forschung in die industrielle Praxis finden sollen.

Unternehmenswert genial nutzen

Von der Forschung in die industrielle Realität

Künstliche Intelligenz entwickelt sich mit enormer Geschwindigkeit. Doch während technologische Durchbrüche immer neue Möglichkeiten eröffnen, stellt ihre konkrete Umsetzung in industriellen Produktionsprozessen Unternehmen häufig vor beträchtliche Herausforderungen. Genau dieser Schnittstelle widmet sich Hub4000. Die im Juli gegründete Innovationsplattform versteht sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und verfolgt das Ziel, neue Technologien rascher in marktfähige Anwendungen zu überführen.

„Zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und erfolgreicher industrieller Anwendung liegt jedoch häufig ein langer Weg“, erklärt Hub4000-Geschäftsführer Dr. Martin Bergsmann.

Mit der AI Sandbox steht dafür nun eine flexible Forschungs- und Testumgebung zur Verfügung. Unternehmen können gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen innovative KI-Lösungen entwickeln, deren Praxistauglichkeit überprüfen und wertvolle Erfahrungen für den späteren industriellen Einsatz sammeln.

Das Konzept setzt bewusst auf Offenheit und Wandel: Statt dauerhaft installierter Versuchsanordnungen werden die Räumlichkeiten projektbezogen eingerichtet und nach Abschluss der jeweiligen Forschungsarbeiten für neue Vorhaben freigegeben.

Wenn humanoide Roboter industrielle Aufgaben übernehmen

Wie dieses Zusammenspiel von Forschung und industrieller Anwendung konkret aussehen kann, zeigt das erste Projekt HUM-MATIQ, das bereits im September gestartet ist. Neun Unternehmen untersuchen gemeinsam mit der FH Oberösterreich, der Johannes Kepler Universität Linz und dem Software Competence Center Hagenberg, welches Potenzial humanoide Roboter für industrielle Produktionsabläufe bieten.

Im Mittelpunkt steht der humanoide Roboter Agibot G2. Er soll lernen, bis zu zehn Kilogramm schwere Bauteile zu handhaben, deren Qualität mithilfe optischer Verfahren zu überprüfen und auf Basis KI-gestützter Analysen über ihre weitere Verwendung zu entscheiden.

„Die Unternehmen bringen verschiedene reale Objekte aus ihrer Produktion zum Handling und zur Qualitätskontrolle ein. Die Projektpartner können am Aufbau im Labor ihre Anwendungen testen“, erläutert Bergsmann.

Damit geht es nicht nur um die technischen Fähigkeiten einzelner Roboter, sondern vor allem um die Frage, unter welchen Voraussetzungen sich solche Systeme sinnvoll, zuverlässig und wirtschaftlich in bestehende Produktionsprozesse integrieren lassen.

Der Mensch als Lehrmeister der Maschine

Ein weiteres Forschungsprojekt widmet sich einer besonders spannenden Perspektive: der unmittelbaren Zusammenarbeit zwischen Mensch und humanoidem Roboter. Gemeinsam mit dem Creative Robotics Lab der Kunstuniversität Linz untersuchen sechs Industriebetriebe, wie sich Roboter künftig ohne aufwendige Programmierung für neue Aufgaben einsetzen lassen.

Im Zentrum steht die Idee, Maschinen durch natürliche Sprache und praktische Demonstrationen anzulernen. Beschäftigte könnten Robotern Arbeitsabläufe unmittelbar zeigen und damit ihr Erfahrungswissen direkt an intelligente Systeme weitergeben.

„Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Roboter, sondern die Fachkraft mit ihrer Praxiserfahrung“, betont Bergsmann. Neben den technologischen Möglichkeiten werden aber auch organisatorische Fragen beleuchtet: Wie verändert sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine? Welche Anforderungen entstehen für Arbeitsabläufe und Qualifikationen? Und wie können intelligente Assistenzsysteme Beschäftigte im Produktionsalltag tatsächlich entlasten?

Ein Innovationsnetzwerk mit langfristiger Perspektive

Hinter dem Hub4000 steht ein breites Netzwerk aus Wissenschaft und Forschung. Zu den Gründungsmitgliedern und Trägern zählen die Wirtschaftskammer Oberösterreich, die Upper Austrian Research GmbH, die Johannes Kepler Universität Linz, die Interdisciplinary Transformation University (IT) sowie die Fachhochschule Oberösterreich.

Ihr gemeinsames Anliegen ist es, die Entwicklung und Anwendung industrieller Künstlicher Intelligenz in Oberösterreich nachhaltig voranzutreiben. Die AI Sandbox soll dabei mehr sein als ein klassisches Forschungslabor: Sie versteht sich als offener Innovationsraum, in dem Unternehmen und Wissenschaft gemeinsam experimentieren, technologische Grenzen ausloten und neue Anwendungsmöglichkeiten erschließen.

#schongenial, wenn aus den Versuchen von heute schon bald ein selbstverständlicher Bestandteil der industriellen Arbeitswelt von morgen wird.

Dieser Beitrag fördert die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Schön, dass es so viel Positives gibt. Danke:
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