Dieser Wasserstoffmotor aus Graz liefert Energie im Megawattbereich

Wirtschaft & Infrastruktur
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Inbetriebnahme des Zero-Impact-Demonstrators „LEC ZID“
Foto: ©LEC/GEOPHO

Kann ein riesiger Motor Strom erzeugen, ohne dabei große Mengen klimaschädlicher Emissionen zu verursachen? Genau daran arbeitet das Large Engines Competence Center (LEC) in Graz. Mit dem neuen „LEC ZID“ wurde nun ein wasserstoffbetriebener Großmotor in Betrieb genommen, der elektrische Leistung im Megawattbereich liefert und gleichzeitig besonders emissionsarm arbeitet.

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2 bis 3 Megawatt Leistung mit Wasserstoff

Das Herzstück der Anlage ist ein großer Verbrennungsmotor, der nicht mit Diesel oder Erdgas, sondern mit Wasserstoff betrieben wird. Gemeinsam mit einer speziellen Abgasnachbehandlung bildet er ein Gesamtsystem mit einer elektrischen Leistung von etwa zwei bis drei Megawatt.

Damit bewegt sich der Wasserstoffmotor in einer Leistungsklasse, die auch heutige große Erdgasmotoren erreichen. Gleichzeitig sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber der vom LEC definierten Referenz um 97 Prozent sinken.

Ganz ohne Emissionen funktioniert die Anlage allerdings nicht. Umweltbelastungen entstehen unter anderem bei Herstellung und Transport des Wasserstoffs. Auch geringe Mengen Schmieröl gelangen beim Betrieb technisch bedingt in den Motor.

Was bedeutet „Zero Impact“?

Das LEC bezeichnet seine Anlage als „Zero-Impact-Demonstrator“. Gemeint ist damit nicht, dass überhaupt keine Auswirkungen auf die Umwelt entstehen. Stattdessen hat das Forschungszentrum eine eigene wissenschaftliche Methode entwickelt, mit der die gesamte Umweltbelastung betrachtet wird.

Dabei zählen nicht nur die Emissionen, die direkt beim Betrieb des Motors entstehen. Auch die Bereitstellung des Kraftstoffs wird berücksichtigt. Als „Zero Impact“ gilt eine Technologie nach dieser Methodik dann, wenn ihre Umweltauswirkungen weniger als fünf Prozent einer vergleichbaren durchschnittlichen Referenztechnologie ausmachen.

Strom, wenn Wind und Sonne nicht liefern

Interessant könnte die Technologie vor allem als Ergänzung zu erneuerbaren Energien werden. Windräder und Photovoltaikanlagen erzeugen schließlich nicht jederzeit gleich viel Strom. Gleichzeitig steigt der Strombedarf, etwa durch die zunehmende Elektrifizierung und den Ausbau von Rechenzentren und KI-Anwendungen.

Wasserstoffbetriebene Großmotoren könnten hier künftig als flexible Reserve einspringen und bei Bedarf rasch Energie bereitstellen. Das LEC sieht mögliche Anwendungen beispielsweise bei Industriestandorten, Rechenzentren, kritischer Infrastruktur oder dezentralen Anlagen.

Auch die Abwärme wird genutzt

Der Demonstrator steht im Innovation District Inffeld der TU Graz und ist direkt in das dortige Energiesystem eingebunden. Der während der Tests produzierte Strom wird in das lokale Stromnetz eingespeist.

Doch damit nicht genug: Auch die Wärme des Motors wird genutzt. Über ein Wärmerückgewinnungssystem können bis zu 1,5 Megawatt thermische Leistung in das Wärmenetz der TU Graz gelangen. So wird aus der Forschungsanlage gleichzeitig ein praktischer Bestandteil der Energieversorgung am Campus.

#schongenial, wenn hier gezeigt wird, dass Wasserstoff auch große Motoren mit mehreren Megawatt Leistung antreiben kann und damit eine mögliche klimafreundlichere Lösung für genau jene Bereiche entsteht, in denen sehr viel Energie zuverlässig und flexibel verfügbar sein muss.

Dieser Beitrag fördert die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Schön, dass es so viel Positives gibt. Danke:
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