Was als mutige Idee begann, hat sich zu einem echten Aushängeschild entwickelt – ein Bier, das Altes bewahrt und gleichzeitig neue Maßstäbe setzt.
Die Idee – Rückbesinnung auf alte Getreidesorten
Bereits 2009 wurde in der Genbank Linz der Grundstein für dieses besondere Projekt gelegt. Drei historische Braugerstensorten wurden ausgewählt und über Jahre hinweg vermehrt. Der klare Favorit: die Sorte Heines Heisa, benannt nach dem Züchter Ferdinand Heine. Diese Gerste harmoniert ideal mit dem rauen Mühlviertler Klima und den kargen Böden – sie wurde von 1935 bis 1950 schon einmal erfolgreich in der Region angebaut.
Mit Unterstützung von Bio-Bauern aus dem Mühlviertel und unter fachlicher Begleitung des BIO-Kompetenzzentrums Schlägl wurde die Heines Heisa erneut kultiviert. Doch alte Sorten bringen nicht nur besonderen Geschmack, sondern auch neue Herausforderungen. Weniger Ertrag, aufwendiger Anbau – dafür aber unverwechselbares Aroma und Charakter. Die Brauerei Hofstetten begegnet diesen Herausforderungen mit Überzeugung: Die Landwirte werden fair entlohnt, weit über dem Marktpreis – denn Qualität und Nachhaltigkeit haben ihren Preis.
Traditionelles Mälzen – Geschmack mit Geschichte
Um der ursprünglichen Gerste gerecht zu werden, wurde auch das Mälzen neu gedacht – oder besser: historisch rekonstruiert. Gemeinsam mit der Mälzerei Plohberger wurde nach alten Methoden gearbeitet. Diese sorgsame Verarbeitung sorgt dafür, dass das Malz nicht nur besonders vollmundig, sondern auch deutlich dunkler ist als bei modernen Verfahren. Im Ergebnis ergibt sich ein Bier mit starkem Körper, angenehmer Cremigkeit und einem ganz eigenständigen Charakter.
Gebraut wie damals – im historischen Sudhaus
Auch beim Brauprozess selbst wurde auf Authentizität geachtet: Das Bier entsteht im historischen Sudhaus von 1929, errichtet von Heinrich Krammer. Dieses Haus ist nicht nur ein technisches Denkmal, sondern wird durch das Projekt wieder regelmäßig genutzt – und damit am Leben erhalten. Der Sud selbst, eingebraut mit 13° Plato, erinnert an die stärkeren Festbiere früherer Zeiten – ganz im Sinne der 500-Jahr-Feier 1949.
Hopfen mit Geschichte – die Sorte Malling
Hopfen darf natürlich nicht fehlen – und hier setzt Hofstetten erneut auf Regionalität. Die Mühlviertler Bio-Hopfensorte Malling ist heute fast schon eine Rarität. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eingeführt und verleiht dem Urgersten Zwickl seine besondere Bittere. Eine herbe Note, die nicht dominiert, sondern die erdige Kraft der Gerste begleitet und unterstreicht.
#schongenial, wenn es noch Brauereien gibt, die mit Hirn, Herz und Hand brauen.