#schongenial: Nachhaltigkeit beginnt mit Haltung

Wirtschaft & Infrastruktur
#schongenial, ÖAMTC, KPMG, pro mente Reha, Alfred Fiedler, Harald Großauer, Stefan Fink, Paul Kaufmann
PK Teilnehmer
v.l.n.r.: Dr. Alfred Fiedler, Gründer von #schongenial, Prim. Dr. Paul Kaufmann, Ärztlicher Direktor pro mente Reha Österreich, Mag. Harald Großauer, Landesdirektor ÖAMTC Oberösterreich, Prof. (FH) Dr. Stefan Fink, Chefökonom KPMG Österreich. | Fotocredit: cityfoto.at

Mensch, Gesundheit und Wirtschaft gemeinsam neu denken

Die globalen Herausforderungen unserer Zeit sind bekannt: Klimawandel, Umweltkrisen, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, geopolitische Spannungen und soziale Verwerfungen prägen unsere Gegenwart. Für Dr. Alfred Fiedler, Gründer der Initiative #schongenial, ist klar: „Nachhaltigkeit ist längst keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Doch wir dürfen nicht beim Beschreiben der Probleme stehen bleiben. Wir müssen ins Gestalten kommen.“

Pressekonferenz am 2.3.2026
Fotocredit: cityfoto.at

Herausforderungen als Chancen begreifen

#schongenial versteht sich als Einladung, den Blick bewusst auf das Gelingende zu richten. „Das Leben ist wie Mountainbiken“, so Fiedler. „Nicht das Hindernis entscheidet, sondern der Fokus darauf, wohin wir fahren wollen.“

Im Zentrum steht dabei eine klare Haltung: Wirtschaft kann ohne Gesellschaft nicht existieren, Gesellschaft wiederum nicht ohne eine intakte Ökologie. Dreh- und Angelpunkt ist der Mensch als Verursacher, Betroffener und vor allem als verantwortlicher Gestalter.

#schongenial ist die weltweit erste unternehmensübergreifende Initiative sozialer Verantwortung in elf Sprachen. Ziel ist es, Positives sichtbar und vor allem bewusst zu machen und so ein neues, von Sinn, Wertschätzung und Zuversicht getragenes Konsum-, Investitions- und Innovationsklima zu fördern.

Wertschätzung stärkt Gesundheit und Resilienz

Dr. Paul Kaufmann, Ärztlicher Direktor von pro mente Reha Österreich, unterstreicht die gesundheitliche Dimension der Initiative: „Wertschätzung ist weit mehr als Höflichkeit. Sie ist ein zentrales menschliches Grundbedürfnis“, betont Kaufmann. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Menschen, die sich gesehen, gehört und anerkannt fühlen, sind psychisch stabiler, resilienter gegenüber Stress und weniger anfällig für Depressionen, Angstzustände oder Burnout.

Auch körperlich lassen sich Effekte messen: niedrigere Stresshormonspiegel, bessere Herz-Kreislauf-Werte, ein stärkeres Immunsystem und erholsamerer Schlaf. Neurobiologisch aktiviert Wertschätzung unter Ausschüttung von Dopamin und Oxytocin jene Areale im Gehirn, die für Motivation, Vertrauen und soziale Bindung zuständig sind.

Achtsamkeit sei dabei eine trainierbare Kulturtechnik: „Nur was wir wirklich wahrnehmen, können wir wertschätzen.“ Das bewusste Sichtbarmachen positiver Entwicklungen wirke als Gegengewicht zur gesellschaftlichen Negativitätsorientierung und fördere Motivation, Zusammenhalt und Verantwortungsbereitschaft.

Vertrauen und Stimmung als Wachstumsfaktoren

Auch aus ökonomischer Sicht ist Zuversicht kein „weicher“ Faktor, sondern ein messbarer Einfluss auf Wachstum und Beschäftigung, erklärt Dr. Stefan Fink, Chefökonom von KPMG Österreich.

„Kennzahlen wie Inflation oder BIP sind wichtig. Sie spiegeln immer auch Erwartungen wider“, so Fink. Studien zeigen, dass Wirtschafts- und Konsumklima eng mit Investitionen, Konsum und Beschäftigung verknüpft sind. Positive Erwartungen können Nachfrage und Investitionen anregen, während Unsicherheit Investitionsentscheidungen verzögert.

Für Österreich zeichne sich aktuell ein differenziertes Bild: Sinkende Inflation und steigende Reallöhne stützen die Kaufkraft, der Arbeitsmarkt bleibt vergleichsweise robust. Gleichzeitig dämpfen Unsicherheit und Kostenbelastung die Investitionsneigung vieler Unternehmen.

Entscheidend sei daher Transparenz und Verlässlichkeit in der Kommunikation. Wer Chancen realistisch, nachvollziehbar und glaubwürdig vermittle, stärke Vertrauen und schaffe so eine zentrale Grundlage für wirtschaftliche Dynamik. Internationale Beispiele wie Dänemark zeigen, dass hohe institutionelle Vertrauenswerte Reformfähigkeit und Stabilität fördern.

„Wer wirtschaftliche Dynamik will, muss neben materiellen Rahmenbedingungen auch die Vertrauensbasis stärken“, fasst Fink zusammen.

Gelebte Praxis: Mobilitätsunterstützung als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung

Wie diese Haltung konkret gelebt werden kann, zeigt das Beispiel des ÖAMTC. Harald Großauer, Landesdirektor des ÖAMTC Oberösterreich, betont: „Mobilität ist ein Grundbedürfnis und Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Doch sie funktioniert nur mit Verlässlichkeit und gegenseitiger Unterstützung.“

Mit mehr als 2,6 Millionen Mitgliedern österreichweit – davon über 430.000 in Oberösterreich – basiert der Mobilitätsclub auf dem Prinzip solidarischer Unterstützung. Allein 2025 wurde die mobile Pannenhilfe in Oberösterreich rund 110.000 Mal gerufen, 40.000 Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, weitere 130.000 Pannen wurden direkt an 18 Standorten behoben.

Darüber hinaus engagiert sich der Club in der Flugrettung, im Konsumentenschutz, in unabhängigen Produkttests sowie in der Verkehrssicherheitsarbeit für jährlich rund 20.000 Kinder und Jugendliche in Oberösterreich nach dem Prinzip „Lernen durch Erleben“.

„Wertschätzung heißt für uns: rasch helfen, Menschen ernst nehmen und lösungsorientiert handeln. Gesellschaftliches Engagement ist kein Zusatzprojekt, sondern Ausdruck unserer Grundhaltung“, so Großauer.

Eine Einladung zum Mitgestalten

#schongenial versteht Nachhaltigkeit nicht als formale Pflichtübung, sondern als Haltungsfrage. Vom Beschreiben hin zum Gestalten. Vom Problemfokus hin zur Chancenorientierung.

Die Initiative lädt Unternehmen, Organisationen und Menschen ein, gemeinsam ein neues Kapitel aufzuschlagen: für ein verantwortungsbewusstes Konsumklima, ein zukunftsorientiertes Investitionsklima und ein offenes Innovationsklima.

Denn Nachhaltigkeit beginnt im Denken, Fühlen und Handeln jedes einzelnen Menschen und entfaltet ihre Wirkung dort, wo Zuversicht, Wertschätzung und Verantwortung zusammentreffen.

Alfred Fiedler
Paul Kaufmann
Harald Großauer
Stefan Fink
Fotos: cityfoto.at
Dieser Beitrag fördert die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs): Schön, dass es so viel Positives gibt. Danke:
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