Was als visionäres Projekt begann, hat sich heute zu einem echten Vorzeigeprodukt regionaler Wertschöpfung entwickelt. Nicht nur im Geschmack unverwechselbar, sondern auch in seiner Entstehung: Das Mühlviertler Bio-Bier ist ein Musterbeispiel dafür, wie regionale Zusammenarbeit, faire Partnerschaften und ökologische Verantwortung zu einem nachhaltigen Erfolg führen können.
Warum dieses Projekt?
Die Idee hinter dem Mühlviertler Bio-Bier ist einfach, aber wirkungsvoll: Ein Bier, das zu 100 % aus regionalen Zutaten besteht. Und zwar ausschließlich aus dem Mühlviertel. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Peter Krammer, der bereits 2008 erkannte, dass die Qualität von Bier untrennbar mit der Qualität der Rohstoffe und des Wassers verbunden ist. Der Grundstein war eine konsequente Umstellung auf biologische Landwirtschaft auf den hofeigenen Flächen sowie die Errichtung eines Wasserschutzgebiets rund um den Hofstettner Brunnen. Denn nur wer sein Wasser schützt, kann dauerhaft auf höchste Brauqualität vertrauen.
Regionalität als gelebte Partnerschaft
Seit 2011 arbeiten die Brauerei Hofstetten und mittlerweile rund 15 Mühlviertler Bio-Bauern eng zusammen. Das Ziel: Winterbraugerste in Bio-Qualität zu erzeugen – ein anspruchsvoller, aber lohnender Weg. Die Bauern stammen aus der näheren Umgebung, von Feldkirchen bis Arnreit, also im Umkreis von etwa 20 Kilometern rund um die Brauerei. Die jährliche Ernte – im Jahr 2023 waren es beeindruckende 120 Tonnen – wird zu fairen Preisen abgenommen. Das bedeutet: Die Brauerei zahlt ein Vielfaches des üblichen Börsenpreises für die Gerste und verrechnet diesen Wertschöpfungsbeitrag transparent auf den Bierpreis.
Bio, Qualität und Erfolg
Das Ergebnis gibt dem Projekt recht: Das Mühlviertler Bio-Bier ist heute eine der meistverkauften Sorten der Brauerei – und das nicht nur lokal. 2025 konnte es sogar den renommierten European Beer Star in der Kategorie „Österreichisches Märzen“ gewinnen – eine Auszeichnung, die weltweit nur die besten Biere erhalten. Und das mit einem Bier, das komplett mit Mühlviertler Wintergerste und regionalem Bio-Hopfen gebraut wird. Die Qualität spricht also für sich.
Ein Zukunftsmodell für nachhaltige Lebensmittelproduktion
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie eine Region durch Zusammenarbeit stark werden kann. Es geht nicht nur um Bier – es geht um Unabhängigkeit, faire Entlohnung, ökologische Verantwortung und das Bewahren regionaler Identität in einer globalisierten Welt. Gerade in Zeiten, in denen Patente auf Braugerste durch internationale Konzerne drohen, ist dieses Mühlviertler Gemeinschaftsprojekt ein starkes Zeichen: Für Freiheit, für Geschmack – und für Handschlagqualität.
Schon genial – weil es wirkt.