Wenn Steine ins Bier wandern
Die Idee klingt verrückt, ist aber genial durchdacht: Granit aus dem Steinbruch in St. Martin wird auf über 1000 Grad erhitzt. Die Würze wird im Sudhaus abgekühlt und in die 120 Jahre alten Granittröge gefüllt. Die Hitze karamellisiert den Zucker direkt in der Würze. Das Ergebnis sind Aromen, die man anders nie hinbekommt: tiefe Karamellnoten, Anklänge von dunkler Schokolade, eine Komplexität, die sich nicht beschleunigen lässt.
Eine Woche lang vergärt der Sud in diesen historischen Trögen: die Hauptgärung, in der die Hefe ihre Arbeit tut. Danach wandert das Jungbier in die Tanks im tiefen Keller der Brauerei, wo es in aller Ruhe weiterreifen darf. Insgesamt sechs Monate dauert dieser Prozess, bevor der Granitbock ungefiltert und nicht pasteurisiert in die Flasche kommt. Kein Kompromiss, keine Abkürzung.
Der Sud, den ein Amerikaner haben wollte
Schon beim ersten Versuch war klar: Das hier ist was Besonderes. Ein amerikanischer Bierimporteur wollte gleich den ganzen Sud aufkaufen. Die Antwort aus Hofstetten? „Nicht alles auf einmal. Aber gerne eine Partnerschaft." Seither reist der Granitbock auch über den Atlantik, bleibt aber fest verwurzelt im Mühlviertel.
Mit 17,8° Plato Stammwürze und 7,3 % Alkohol ist der Granitbock kein Feierabendbier. Er ist ein Erlebnis. Ein Bier, dass zeigt, dass Bier mehr sein kann als schneller Durst: nämlich Handwerk, Geschichte und ein bisschen Eigensinn.
Die Frage nach dem Warum
Die Antwort ist einfach: Weil dieses Wissen sonst verschwindet. Und – so Geschäftsführer Peter Kramer: „Weil in Hofstetten niemand fragt „Wozu der Aufwand?", sondern „Wie machen wir's richtig?"“
#schongenial, wenn alte Brautraditionen wieder praktiziert werden und somit nicht in Vergessenheit geraten.